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PV-Kosten Schweiz ordnet die Fakten ein: Was bedeutet das konkret für Schweizer Hauseigentümer? Hier die wichtigsten Punkte, neutral aufbereitet — ohne Verkaufsdruck.
Die Strompreis-Entwicklung der letzten Jahre ist drastisch: Zwischen 2021 und 2025 sind die mittleren Haushaltsstrompreise in der Schweiz um rund 27 % gestiegen. Ein typischer 4-Personen-Haushalt mit 4'500 kWh Jahresverbrauch zahlt 2026 im Mittelland rund CHF 1'440 pro Jahr — 2021 waren es noch CHF 1'130. In einzelnen Versorgungsgebieten (z.B. Berner Oberland, Wallis) liegen die Preise sogar 35 % höher als vor vier Jahren.
Die Ursachen sind vielschichtig: höhere Beschaffungskosten am europäischen Markt, gestiegene Netznutzungsgebühren, Anpassungen bei der Bundesabgabe und neue Investitionen in das Schweizer Übertragungsnetz. Die Elcom (Eidgenössische Elektrizitätskommission) erwartet bis 2030 eine weitere moderate Steigerung von 10–15 %.
Die zentrale Kennzahl der PV-Wirtschaftlichkeit ist die Differenz zwischen Eigenverbrauchspreis und Einspeisetarif. Jede selbst verbrauchte kWh spart heute rund 32 Rp, wird aber nur mit 8–10 Rp vergütet, wenn sie ins Netz eingespeist wird. Diese Schere von 22-24 Rp pro kWh ist seit 2021 markant grösser geworden — und damit auch der Anreiz, eigenen Solarstrom zu produzieren statt zu kaufen.
Eine identische 10 kWp PV-Anlage auf einem Einfamilienhaus im Mittelland mit 4'500 kWh Eigenverbrauch und 5'000 kWh Einspeisung:
Das ist eine Verkürzung um 4 volle Jahre — bei identischer Anlage und identischer Investition, ausschliesslich durch den Strompreis-Anstieg. Über die typische 30-jährige Lebensdauer der Anlage ergeben sich Mehreinnahmen von rund CHF 14'000.
Zusätzlich zur Strompreis-Dynamik kommt die Einmalvergütung (KLEIV) von Pronovo. Für eine 10 kWp Anlage beträgt sie 2026 rund CHF 3'550 (Grundbeitrag CHF 350 + Leistungsbeitrag CHF 320 × 10 kWp). Das senkt die Netto-Investition von CHF 22'000 auf CHF 18'450. Die Amortisation verkürzt sich damit auf rund 9,9 Jahre. Bei kombinierter kantonaler Förderung (z.B. ZH, BS, BE) sind 8–9 Jahre realistisch.
Diese Frage ist berechtigt. Die meisten Elcom-Prognosen zeigen jedoch keine Rückkehr zu den Tarifen vor 2022. Gründe: gestiegene Netzkosten, Atomausstieg, Klima-Investitionen, geopolitische Unsicherheit der Erdgaspreise. Selbst bei einem Rückgang um 15 % bleibt die Wirtschaftlichkeit gegeben — Eigenverbrauchspreis läge dann bei rund 27 Rp / kWh, die Schere zum Einspeisetarif bleibt mit ~19 Rp / kWh deutlich profitabel.
Der Strompreis besteht aus vier Teilen: Energie (50–55 %), Netznutzung (35–40 %), Abgaben und Bundesabgaben (8–10 %). Eine PV-Anlage spart Ihnen direkt die Energiekomponente und einen Teil der Netzabgaben für den Eigenverbrauch. Das ist ein wichtiger Punkt: Selbst wenn der Energiepreis fällt, bleiben die Netz- und Abgabenkomponenten stabil oder steigen weiter — der Vorteil des Eigenverbrauchs bleibt also strukturell bestehen.